Das MBT Neuruppin in der Region
Das zivilgesellschaftliche Engagement hat sich in den letzten Jahren positiv entwickelt. Ein Indikator dafür sind die vielen Bündnisse, die bei angekündigten Aktionen der Rechtsextremen äußerst schnell handeln können und so ein deutliches Zeichen setzen. Beispiele dafür sind
- das Street-Soccer-Turnier für Demokratie und Toleranz Anfang September 2009 in Wittenberge als Antwort auf einen DVU-Wahlauftritt
- der Protest von BürgerInnen auf dem Marktplatz in Kyritz Ende Juli 2009 gegen eine NPD-Unterschriftenaktion
- Mitte August 2009 die Kehr-Aus-Aktion in Wittstock und der Protest von BürgerInnen in Neuruppin und Velten zur Verhinderung der Flash-Mob-Aktionen von Rechtsextremen.
Zur Prignitz
Unser Arbeitsschwerpunkt Anfang des Jahres 2009 lag in der Gemeinde Plattenburg. Dort wurde das „Fürstentum Germania“ ausgerufen. Von Beginn an hat sich die Bürgermeisterin mit der Bitte um Unterstützung und Beratung an uns gewendet. Wir haben in dem Beratungsprozess unsere Recherchen ausgetauscht und diverse Strategien zum Umgang z.B. mit BürgerInnen vor Ort, Kreisverwaltung, Polizei, PolitikerInnen und Medien erarbeitet. Der Kontakt war sehr eng, teilweise täglich und die Beratung dauerte auch nach der Räumung des Schlosses in Krampfer an.
Thema war auch, wohin sich das „Fürstentum Germania“ innerhalb eines kleinen Dorfes entwickelt und welche Gefährdungen sich für das das gesamte Gemeinwesen daraus ergeben können. Die Fragen nach der realen Umsetzung von Ideen des „Fürstentums Germania“, vor allem der von ihnen geäußerten politischen Autarkie und den Zusammenhängen mit den selbst ernannten „Reichsbürgern“ mussten beschrieben und beantwortet werden.
Außerdem unterstützten wir die Themenfindung in der Jugendarbeit.
In Wittenberge begleiten wir seit Jahren beratend das zivilgesellschaftliche Engagement, so z.B. aktuell beim Street-Soccer-Turnier Anfang September 2009, das vom Bündnis für Familie initiiert wurde.
Für den 05. September 209 hatten Rechtesextreme eine Demonstration durch Neuruppin angemeldet. Das Bürgerbündnis „Neuruppin bleibt bunt“ mobilisierte zum Antikriegstag einen phantasievollen Protest der EinwohnerInnnen und UnterstützerInnen aus anderen Orten mit Bühnenprogramm, Seifenkistenrennen, „Meckerecke“ und Lesungen. 700 DemokratInnen zeigten mit hohem Engagement Flagge gegen 200 Rechtsextreme. Das Bündnis haben wir bei der Vorbereitung und Durchführung beraten und mit ihnen den Tag ausgewertet.
Die begleitende Beratung des Lokalen Aktionsplans in Ostprignitz-Ruppin gehört ebenso zu unserem Auftrag. Der Begleitausschuss sieht Optimierungsbedarf bei der Findung von Themen für Projekte, die über den „Lokalen Aktionsplan“ (LAP) finanziert werden können; z.B. die Erarbeitung eines Konzeptes zur Arbeit von Trägern, die mit recht extrem affinen Erwachsenen z.B. zum Thema Demokratieentwicklung arbeiten könnten.
Zu Oberhavel
Im Landkreis Oberhavel gibt es eine Vielfalt von zivilgesellschaftlichen Initiativen, die sich immer wieder an uns wenden. Nachgefragt werden Vorträge z.B. zum NPD-Verbot, zu Wahlen, zur aktuellen Einschätzung des Rechtsextremismus vor Ort. Daneben beraten und begleiten wir die Initiativen bei der Erarbeitung der Schwerpunktsetzung ihrer Arbeit und bei ihrer inhaltlichen Weiterentwicklung.
Ein anderer Partner sind einige Verwaltungen, die uns zu einem bestimmten Projekt anfragen. Hier geht es zum einen um die Einschätzung rechtsextremer Aktivitäten vor Ort. Zum anderen gibt es Fragen der kommunalen Entwicklung, z.B. wie es gelingen kann, junge Menschen in der Region zu halten oder sie zu begleiten, ortsfern eine Ausbildung zu machen, ohne wegen Heimwehs die Ausbildung abzubrechen.
Das MBT ist für Sie da
Wir sind Ihr Ansprechpartner zu allen Fragen zum Thema Rechtsextremismus und Entwicklung eines demokratischen Gemeinwesens. Selbstverständlich behandeln wir ihre Anfragen vertraulich. Kontaktinformationen siehe oben. Kurzbiografien der MitarbeiterInnen finden Sie hier.