Das MBT Trebbin in der Region
Landkreis Teltow-Fläming
Hier siedeln seit den 90 er Jahren eine Vielzahl von Unternehmen (global players) und mittelständischen Betrieben. Der Flämingskate prägt darüber hinaus ebenso den Landkreis wie verlassene, einst bedeutende militärische Liegenschaften (Garnisonsstadt Jüterbog, Heeresversuchsstelle Kummersdorf) aus mehreren Zeitepochen. Immer wieder wird der Landkreis für seine Familien freundliche Politik ausgezeichnet.
Rechtsextreme Übergriffe
Mitte der neunziger Jahre erschütterten in einer Periode des Baubooms im Norden des Landkreises zwei schwere Gewaltstraftaten die Menschen in der Region. In Blankenfelde-Mahlow wurde ein britischer Bauarbeiter und drei Monate später in Trebbin ein italienischer Bauarbeiter aus einer Gruppe junger Männer aus rassistischen Motiven angegriffen, verfolgt und schwer verletzt, Noel Martin und Orazio Giamblanco. In den folgenden Wochen und Monaten zeigten betroffene und erregte Menschen Zivilcourage. Sie organisierten solidarische Veranstaltungen und sammelten Spenden für ärztliche Hilfen. Aus diesen Kreisen gründeten sich Ende der neunziger Jahre zivilgesellschaftliche Initiativen und Bündnisse, die fremdenfeindliche Gewalt und rassistische Einstellungen in der Öffentlichkeit thematisierten und Gegenmaßnahmen initiierten. Viele ehemalige Mitglieder der Initiative „Tolerantes Mahlow“ beispielsweise sind heute in der Kommunalpolitik aktiv.
Blankenfelde- Mahlow
In dieser Gemeinde hat sich im Jahr 2007 eine neue Arbeitsgruppe gebildet, die eng mit dem Bürgermeister und der Gemeindeverwaltung nachhaltig Projekte und Ideen aus einer BürgerInnenkonferenz zur Demokratieentwicklung umsetzt.
Zossen
Seit Jahresbeginn 2009 unterstützen und beraten wir die im Januar gegründete BürgerInneninitiative „Zossen zeigt Gesicht“. Hier engagieren sich zahlreiche Menschen für eine lebendige Demokratie und versuchen den Aktivitäten von sogenannten Reichsbürgern und Holocaustleugne in Zossen Einhalt zu gebieten. Arbeitsschwerpunkte der Initiative sind bisher das Familienfest am 29.März im E-Werk, die Herausgabe eines eigenen Informationsblattes „Bürgerstift“ und die geplante Eröffnung des „Haus der Demokratie“ am 12.9.2009 in Zossen(
www.zossen-zeigt-gesicht.de).
Luckenwalde
Seit Herbst 2008 beraten wir die neu gegründete Arbeitsgruppe in der Kreisstadt Luckenwalde. Die „AG gegen Rechtsextremismus“ ist bei der neuen Gleichstellungsbeauftragten Christiane Witt angesiedelt.
Hier laufen bei den monatlichen Treffen Informationen über Aktivitäten im gesamten Landkreis zusammen. Außerdem werden Veranstaltungen organisiert und koordiniert. Die Teilnahme steht interessierten BürgerInnen und MultiplikatorInnen aus Politik, Verwaltung und Jugendarbeit offen. Im Herbst soll eine erste große Konferenz zum Thema Integration statt finden.
Auch die Stadt Jüterbog hat nun ein „Aktionsbündnis gegen jegliche Gewalt und extrem rechte Gesinnung“ gegründet, dass von uns beraten wird. Die Stadtverordneten hatten im Februar aus aktuellen Anlässen diesen Beschluss gefasst.
Netzwerk der Jugendarbeit im Süden
Seit eineinhalb Jahren begleiten wir regelmässig ein Netzwerk von JugendarbeiterInnen JNND (Jüterbog, Niederer Fläming, Niedergörsdorf, Dahme) bei der Erstellung einer Sozialraumerkundung mit Fortbildungen und Fachberatung. Die Ergebnisse fließen nun teilweise in die Politik ein.
Immer wieder tauchen in unseren Beratungen Fragen auf wie gerade in ländlichen Räumen die Menschen von der Politik noch erreicht werden bzw. wie die Verantwortlichen sie einbeziehen können.
Der Landkreis Dahme-Spreewald
ist überregional für seine Naherholung und touristischen Angebote bekannt.
Viele Menschen orientieren sich noch an den Altkreisen Königs Wusterhausen (im Norden), Lübben und Luckau (im Süden), während sich die Menschen um Lieberose noch in Richtung Guben orientieren.
Die A 13 Richtung Dresden ist die Nord-Süd-Tangente und quasi infrastrukurelle Lebensader. Jüngst nutzten Rechtsextreme einige Brücken, um ihre Botschaften öffentlich zu inszenieren.
Halbe
Bereits Anfang der neunziger Jahre organisierten mehrere hundert Rechtsextreme am Waldfriedhof in Halbe ein so genanntes „Heldengedenken“ für die Gefallenen der Wehrmacht aus dem 2. Weltkrieg. Nachdem diese Aufzüge am Volkstrauertag verboten wurden, begannen sie erneut 2002 am Tag vor dem eigentlichen Volkstrauertag. Von Anfang an gab es zivilgesellschaftlichen Protest dagegen aber erst 2003 entstand ein größeres Bündnis von BürgerInnen und AnwohnerInnen aus Halbe (ca 2100 Ew.), die 2004 das „Aktionsbündnis gegen Heldengedenken und Naziaufmärsche Halbe“ (www.aktionsbuendnis-halbe.de) gründeten. Seit 2007 ist es den Rechtsextremen nicht mehr erlaubt direkt am Waldfriedhof aufzumarschieren. Die Landesregierung erließ das Gräberstätten-Versammlungsgesetz (Lex Halbe): Ein großer Erfolg von zivilgesellschaftlichem Engangement Hand in Hand mit der Landespolitik.
NPD-Strukturen
Schon vor 1990 gab es manifeste NPD Strukturen im Norden des Landkreises, in Königs Wusterhausen (KW) und Umgebung. So verwundert es kaum, dass es die NPD erstmals gleich mit drei Kandidaten bei den Wahlen 2008 in den Kreistag schaffte. In den neunziger Jahren gehörte der Landesverband Brandenburg noch zur Berliner NPD.
Neben dieser Partei hatten gerade KW und die S-Bahngemeinden massiv mit so genannten Freien Kräften (FK) eines „Nationalen Widerstands“ zu tun. Erinnert sei hier an die „United Skins KW“ oder die „Kameradschaft Wildau“, die durch ihr gewalttätiges Auftreten andere Menschen einschüchterten und bedrohten, sowie an eine Sektion des terroristischen Ku-Klux-Klan, die 1993 endlich verboten wurde.
Bunte Aktionen in KW
Eine Gruppe Jugendlicher schloß sich im Jahr 2005 zur „Bunten Aktion“ zusammen und organisierte neben städtischen Veranstaltungen das „Aufmucken – Festival gegen rechts“, das in diesem Jahr zum vierten Mal – diesmal am Funkerberg - statt fand. Der Stadtjugendring plant eine Initiative und Einrichtung von EXIT zu eröffnen, die rechtsextrem affinen Menschen einen Ausstieg aus der Szene anbietet.
Vor zwei Jahren gründete sich das „Bündnis gegen Rechts“, das nun gemeinsam mit dem SHIA e.V. und dem Bündnis für Familien eine Beratung für Eltern anbietet und für Aufklärung in der Öffentlichkeit sorgt.
Lübben
In der Kreisstadt agieren seit ca. 2 Jahren das BürgerInnenbündnis „Tolerantes Lübben“ und seit mehr als zehn Jahren das Lübbener Forum gegen Fremdenfeindlichkeit und Gewalt. Hier thematisieren immer wieder Mitglieder Alltagsrassismus und die alltäglichen Bedrohungen und Aktivitäten der rechtsextremen Szene öffentlich.
Die Stadt Lübben bekam die Plakette des Bundes „Ort der Vielfalt“ verliehen, was zum weiteren Engagement motivieren soll. Insbesondere an den Schulen engagieren sich viele
Der Landkreis
hat seit zwei Jahren einen „Lokalen Aktionsplan Dahme –Spreewald“ mit dem er Projekte und Bündnisse bei deren Aktivitäten für mehr Demokratie fördert und unterstützt. In diesen Zusammenhängen beraten wir immer wieder. Aber auch hier stellen viele Bewohner kritische Fragen nach den Möglichkeiten und Perspektiven, junge Menschen in der Region zu halten.
So ließ sich jüngst ein Unternehmer beraten, der die regionale Identität der Jugendlichen im Focus hat und Anreize schaffen will, Ihnen hier ein attraktives Umfeld mit „Blick über den eigenen Tellerrand“ zu bieten. Eine diesbezügliche Initiative in Kooperation mit verschiedenen Trägern und Partnern aus Sport, Kultur und Wirtschaft plant in Zukunft zahlreiche attraktive Projekte im Austausch mit ähnlichen Kulturregionen in Europa: „Regionalliga Europa“.
Kontaktinformationen siehe oben. Kurzbiografien der MitarbeiterInnen finden Sie hier.